Glossar

Schadenrückstellung

Rückstellung für bereits eingetretene, aber noch nicht abgewickelte Schäden. Schäden können in zwei Kategorien unterschieden werden: Rückstellungen für bekannte, aber noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle („RBNS“) und Rückstellungen für entstandene, aber noch nicht oder nicht im richtigen Ausmaß gemeldete Versicherungsfälle („IBNR‘‘, „IBNER“).

Segmentberichterstattung

Darstellung des Konzernabschlusses nach IFRS 8 definierten Segmenten. Im Falle der VIG sind dies die Länder.

Solvency II

Solvency II ist eine grundlegende Reform des Versicherungsaufsichtsrechts in Europa, insbesondere der Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen. Mit Solvency II sollen Methoden zur risikobasierten Steuerung der Gesamtsolvabilität von Versicherungsunternehmen geschaffen werden. Das bisher statische System zur Bestimmung der Eigenmittelausstattung wird durch ein risikobasiertes System ersetzt, welches über die bisherigen Eigenmittelbestimmungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes hinausgeht und besonders auch qualitative Elemente (z.B. internes Risikomanagement) berücksichtigt.

Solvenzquote

Die Solvenzquote stellt dar, ob ein Versicherer im Extremfall über genügend Eigenmittel verfügt, um seinen Verpflichtungen gegenüber Versicherten und anderen Leistungsempfängern nachzukommen. Dieses Verhältnis muss ein Niveau von mindestens 100% aufweisen und wird von Aufsichtsbehörden zur Beurteilung finanzieller Stabilität herangezogen. Siehe hierzu auch Solvency II.

Spätschäden

Schäden, die im Abschlussjahr gemeldet wurden, sich aber im Vorjahr ereignet haben. Jährlich zum Bilanzstichtag wird eine Reserve für Schäden gebildet (= Spätschadenreserve), die das Abschlussjahr betreffen, aber erst im Folgejahr gemeldet werden.

Stakeholder

Stakeholder eines Unternehmens sind Personen, Gruppen und oder Institutionen, für die es aufgrund ihrer Interessenlage von Belang ist, wie ein bestimmtes Unternehmen sich verhält. Dazu zählen insbesondere Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und Investoren, Vertriebs- und Geschäftspartner sowie die Öffentlichkeit.

Standard & Poor's

Standard & Poor's (S&P) ist eine international renommierte Ratingagentur. Sie analysiert und bewertet unter anderem Unternehmen, Staaten und Anleihen. Die Einstufung erfolgt anhand einer eigenen Skala, die im Bereich der Finanzkraft-Ratings von Versicherern von der höchsten Kategorie AAA bis zur niedrigsten Bewertung CC reicht. Die Ratings können durch das Hinzufügen eines „Plus“- oder „Minus“-Zeichens modifiziert werden.

Stresstest

Bei Stresstests handelt es sich um eine spezielle Form der Szenarioanalyse. Ziel ist, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können.