Der Ringturm

Bild vom Bau des Ringturms
@ Archiv Boltenstern

Firmensitz mit Geschichte

„Das ist nicht Amerika, das ist Österreich…“, so kommentierte die Austria Wochenschau am 14. Juni 1955 die Eröffnung des Ringturms. Der Bau, in dem heute die Konzernholding Vienna Insurance Group, ihr Hauptaktionär Wiener Städtische Versicherungsverein und die Wiener Städtische untergebracht sind, war das erste Bürohochhaus Österreichs und ein Meilenstein der „moderat modernen Architektur“. Nach den Kriegs- und Besatzungsjahren war er aber auch ein Symbol der wiedererlangten Freiheit und des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs Österreichs.

Norbert Liebermann, der damalige Generaldirektor der Wiener Städtischen, fasste im Jahr 1952 den Entschluss, für die Versicherung einen neuen Hauptsitz errichten zu lassen. Liebermann war während der Zeit des Nationalsozialismus in die USA emigriert und hatte dort die Zweckmäßigkeit moderner Bürohochhäuser kennen- und schätzen gelernt. Da der Bauplatz, den die Gemeinde Wien dem Unternehmen überlassen hatte, noch dazu von der Grundfläche relativ klein war, war schnell klar: „Wir bauen ein Hochhaus.“

Der Ringturm ist nach wie vor eine markante Wegmarke in der Wiener Innenstadt. Er ist Arbeitsplatz und zugleich ein Ort der internationalen kulturellen Begegnung. Im Eingangsbereich vermittelt seit 1998 bei freiem Eintritt die international anerkannte Ausstellungsreihe „Architektur im Ringturm“ Architektur aus Österreich und Zentral- und Osteuropa.

Im obersten Stockwerk befindet sich mit einem 360°-Panoramablick über Wien eine der attraktivsten und begehrtesten Schauplätze für Veranstaltungen jeglicher Art: hochrangige Diskussionsveranstaltungen, Buchpräsentationen und Ereignisse aus Politik, Wirtschaft und Kultur finden hier einen geeigneten Rahmen.

Technische Daten:

Höhe:
73,05 Meter
20 Stockwerke über dem Erdboden
3 Kellergeschoße

Ausbiegung bei maximalem Windangriff:
2,3 cm in Querrichtung
2,0 cm in Längsrichtung

Bauweise:
Stahlbeton-Skelettbau

Bauzeit:
6. Februar 1953 bis 11. Juni 1955

Architekt:
Erich Boltenstern

 

Kunstobjekt Ringturm

Die Fassade des Ringturms wurde bereits neunmal zum großflächigen Kunstobjekt. Rund 4000 m² bedruckter Stoff bedeckt jährlich das Gebäude mit Gemälden zeitgenössischer Kunst.

Sommer 2016: „Sorgenfrei“ von Ivan Exner
Sommer 2015: „Sommerfreuden“ von Tanja Deman
Sommer 2014: „Schleier der Agnes“ von Arnulf Rainer
Sommer 2013: „Verbundenheit“ von Dorota Sadovská
Sommer 2012: „Gesellschaft“ von László Fehér
Sommer 2011: „Familiensinn“ von Xenia Hausner
Sommer 2008: „Turm in Blüte“ von Hubert Schmalix
Sommer 2007: „Turm des Lebens“ von Robert Hammerstiel
Sommer 2006: „Don Giovanni Haus“ von Christian Ludwig Attersee

Wetterleuchte

Am Dach des Ringturms befindet sich ein Wettermast, der mit dem Computersystem der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte verbunden ist. Je nach Witterung und Datenlage des kommenden Tages zeigen 117 Leuchten auf der 20 Meter hohen Säule das Wetter in Wien an.

   

Das Bild beschreibt die Bedeutung der Anzeige der Wetterleuchte. Rot aufsteigend bedeutet ansteigende Temperatur. Rot absteigend bedeutet fallende Temperatur. Grün ganz bedeutet glei