Geschichte der VIG

Die Vienna Insurance Group ist stolz auf ihre rund 190-jährige Geschichte und Tradition. Das Unternehmen hat sich von einer lokalen Versicherung zu einem der größten international tätigen Versicherungskonzerne in Zentral- und Osteuropa (CEE) entwickelt.

1824-1938

Urkunde über den Anfang des Versicherungswesens
Anfang des Versicherungswesens

1824 – Versicherungswesen in den Kinderschuhen

Die Wurzeln der Unternehmensgruppe gehen bis in das Jahr 1824 zurück, in dem die älteste der drei Versicherungsgesellschaften, aus denen die heutige Wiener Städtische Österreich und in weiterer Folge der Konzern Vienna Insurance Group hervorgegangen ist, gegründet wurde.

Wirtschaftlich war diese Periode der Habsburgermonarchie von der beginnenden Industrialisierung geprägt. Das Versicherungswesen steckte damals noch in den Kinderschuhen, erlebte aber bereits einen ersten Gründerboom. Man konzentrierte sich wegen der weit verbreiteten Holzbauweise zunächst auf den Bereich der Feuerversicherung. Als offizielle Geburtsstunde des modernen österreichischen Versicherungswesens gilt eine „Allerhöchste Entschließung“ vom
4. September 1819, in der festgelegt wurde, dass die Feuerversicherung in Österreich in den Händen von Privatunternehmen liegen sollte.

 

Bild von Georg Ritter von Högelmüller
Georg Ritter von Högelmüller

Die drei „Vorläuferunternehmen“ der Vienna Insurance Group

An der Gründung der „Wechselseitigen“, wie sie bald nur noch genannt wurde, waren 364 Persönlichkeiten aus Adel, Industrie und Klerus beteiligt. Unter den Gründern befanden sich unter anderem der Fürsterzbischof von Wien sowie der Administrator des Erzbistums Salzburg. Damit waren die Wurzeln der heute noch bestehenden guten Beziehungen zwischen der Vienna Insurance Group und der katholischen Kirche gelegt. Im Königreich Sachsen gab es schon länger eine Feuerversicherungsanstalt. Auf der Suche nach Vorbildern für seine geplante Unternehmung hatte Georg Ritter von Högelmüller, ein Offizier der kaiserlichen Armee, diese Einrichtung vor Ort studiert und wollte die Idee nach Österreich übertragen. Nach langen Schwierigkeiten – die ersten Vorschläge hatte er bereits 1803 den Ständen einzelner Kronländer unterbreitet – bekam er endlich die Betriebsgenehmigung, die in der „Wiener Zeitung“ vom 24. Dezember 1824 verlautbart wurde. Der 24. Dezember gilt deshalb als offizielles Gründungsdatum der Gesellschaft. Um den Gründervater der Versicherung zu ehren, wurde im Jahr 1875 die Högelmüllergasse im 5. Wiener Gemeindebezirk nach ihm benannt.

Die zweite Vorläuferin der heutigen Vienna Insurance Group blickt auf eine ähnlich umfangreiche Geschichte zurück: Im Jahr 1839 begann die „Allgemeine wechselseitige Capitalien- und Rentenversicherungsanstalt“ in Wien ihre Geschäftstätigkeit. Betrieben wurde die Gründung der ersten österreichischen Lebensversicherung von dem Mathematikprofessor Josef Salomon. Später wurde die Gesellschaft in „Janus wechselseitige Lebensversicherungs-Anstalt“ umbenannt. Sie hatte ihren Sitz in Wien und drang von hier aus Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts in alle Regionen der Monarchie vor. Auch in einigen deutschen Fürstentümern wurden Niederlassungen errichtet, unter anderem gab es eine Filiale in Berlin.

1898 entstand schließlich das dritte Vorläuferinstitut der Vienna Insurance Group. Anlass für die Gründung war das 50-jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph. In der  Gemeinderatssitzung vom 11. Februar 1898 wurden eine Reihe von Maßnahmen präsentiert, die die Reichshaupt- und Residenzstadt anlässlich des Jubiläums durchzuführen beabsichtigte. Darunter befand sich auch folgender Punkt: „Die Stadt Wien errichtet eine städtische Lebens-, Alters-, Invaliditäts- und Rentenversicherungsanstalt, welche den Titel Städtische Kaiser Franz Joseph-Versicherungsanstalt führen soll.“ Am 1. Dezember 1898 fand im Wiener Rathaus die feierliche Eröffnung der „Städtischen“ statt. Seinen Sitz hatte das Unternehmen, das seine Tätigkeit bald auch auf die Bundesländer ausweitete, zunächst im Haus des Bürgerspitalfonds am Schottenring 30 in der Wiener Innenstadt. Im Jahr 1914 übersiedelte das Institut in ein neu erbautes Haus in der Tuchlauben. Diese Versicherungsanstalt sollte vor allem einkommensschwachen Wiener Bürgern Lebens- und Rentenversicherungsverträge anbieten und war auch in die kommunale Fürsorgepolitik eingebunden.

Foto des Gebäudes des Bürgerspitalsfonds
Gebäude des Bürgerspitalsfonds
Foto des Gebäudes in der Tuchlauben
Gebäude in der Tuchlauben

 

Der Weg zur Fusion

Den Namen Wien trägt das Unternehmen somit seit dem Jahr 1898 im Firmenwortlaut. Auch heute noch führt ihn der Konzern in allen Ländern, in denen er vertreten ist. 1919 – die Donaumonarchie war zerfallen, Österreich zur kleinen Republik geworden – wurde der Name in „Gemeinde Wien – Städtische Versicherungsanstalt“ geändert. Außerdem nahm man schrittweise verschiedene Sparten der Sachversicherung ins Programm auf. In den folgenden Jahren rückten die drei Vorläuferinstitute zusammen. Zunächst wurde im Jahr 1924 die ehemalige „Wechselseitige k.k. priv. Brandschadenversicherungsanstalt“ mit der „Janus wechselseitige Lebensversicherungs-Anstalt“ zur „Wechselseitigen Brandschaden und Janus allgemeine Versicherungs-Anstalt auf Gegenseitigkeit“ vereinigt. Damit hatten sich ein führendes Feuer- und ein führendes Lebensversicherungsunternehmen zu einem leistungsfähigen großen Universalversicherer verbunden. 1929 übernahm die Wiener Städtische ein Aktienpaket der „Union Versicherungs-Aktiengesellschaft“ und damit die Konzession für neue Sparten im Sachversicherungsbereich. 1934 erwarb die Wiener Städtische dann zunächst die von der „Wechselseitigen Krankenversicherungsanstalt“ begebenen Anteilscheine, 1935 übernahm sie die Verwaltung dieser Gesellschaft. Im Jahr 1938 wurden die „Gemeinde Wien – Städtische Versicherungsanstalt“ und die „Wechselseitige Brandschaden und Janus allgemeine Versicherungs-Anstalt auf Gegenseitigkeit“ fusioniert. Damit waren die drei Vorläuferinstitutionen der heutigen Vienna Insurance Group erstmals vereint.

Quellen

1939-1955

Nationalsozialismus und Wiederaufbau

Der Zusammenbruch der österreichischen Wirtschaft im Zuge des Zweiten Weltkrieges brachte die Wiener Städtische an den Rand des Ruins. Durch Bombentreffer wurden die beiden Bürogebäude, die die Versicherung am Kärntner Ring unterhielt, völlig zerstört, wertvolles Inventar und Aktenmaterial wurde vernichtet. Im April 1945 fiel auch das Unternehmensarchiv den Flammen zum Opfer. Nach Kriegsende begann dann eine kleine Gruppe von Angestellten mit dem Wiederaufbau. Zwei Jahre später, 1947, nahm das Unternehmen den Namen „Wiener Städtische Wechselseitige Versicherungsanstalt“ an.

 

Ringturm mit Mädchen ©Henisch

Das erste Bürohochhaus Österreichs – der Ringturm

Der Firmensitz der Wiener Städtischen befand sich in dieser Phase des Wiederaufbaus zunächst in der Tuchlauben, doch die dortigen Räumlichkeiten erwiesen sich für das wachsende Unternehmen schnell zu klein. 1952 wurde schließlich der Architekt Erich Boltenstern mit der Errichtung eines modernen Bürohauses beauftragt.

Am angepeilten Standort an der Ecke Schottenring/Kai hatte lange das sogenannte Bürgerspitalfondshaus gestanden, das gegen Ende des Zweiten Weltkrieges völlig zerstört und noch im Jahr 1945 abgetragen worden war. Der Ringturm wurde somit genau an derselben Stelle gebaut, an der eines der Vorläuferinstitute der Vienna Insurance Group, die „Städtische Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Lebens- und Renten-Versicherungs-Anstalt“, nach ihrer Gründung im Jahr 1898 ihren ersten Firmensitz hatte. Als Architekt wählte man Erich Boltenstern, der damals in Wien maßgeblich zum Wiederaufbau beitrug. Am 1. Juni 1953 war Baubeginn und bereits im Juli 1954 war der Rohbau fertig.

Die feierliche Eröffnung am 14. Juni 1955 fand knapp einen Monat nach Unterzeichnung des Staatvertrags statt. Neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie zahlreichen internationalen Gästen kamen auch viele Wienerinnen und Wiener, um das neue Wahrzeichen der Stadt zu bestaunen. Für die Fotografen ließ der damalige Generaldirektor zur Gleichenfeier sogar das Staatsopernballett auf dem Dach des Hauses tanzen.

Der in Stahlbeton-Skelettbauweise errichtete Bau hat eine Höhe von 73,05 Metern und beherbergt 20 Stockwerke sowie drei Kellergeschoße, auf denen insgesamt 12.000 Quadratmeter Nutzfläche Platz finden. Neben drei Liften dreht ein Paternoster beständig seine Runden. Um für das neue Bürohochhaus den passenden Namen zu finden, wurde 1955 ein Wettbewerb veranstaltet. Unter mehr als 6.500 Einsendungen wurde der Name „Ringturm“ ausgewählt, der Einsender erhielt eine Geldprämie in Höhe von 2.000 Schilling. Nicht zum Zug kamen Vorschläge wie City-Haus, Hoch-Eck oder Weitblick-Haus.

 

1956-1989

Veränderungen am Versicherungsmarkt

Im Jahr 1958 – so weit reicht die Statistik des Versicherungsverbandes zurück – betrugen die gesamten Versicherungsprämien in Österreich umgerechnet EUR 202 Mio. Pro Kopf und Jahr gaben die Österreicher damals umgerechnet EUR 29 für Prämien aus. Zum Vergleich: 1972 wurde beim Prämienvolumen erstmals die Milliarden-Euro-Grenze übersprungen. Im Jahr 2010 lag das gesamte Prämienvolumen bei EUR 16,7 Mrd. Jeder Österreicher gab damals knapp EUR 2.000 für Prämien aus.

Vom wirtschaftlichen Aufstieg Österreichs nach dem Staatsvertrag konnte die Versicherungsbranche besonders stark profitieren. Parallel mit der wirtschaftlichen Entwicklung – von der unmittelbaren Nachkriegszeit, die noch von Not geprägt war, hin zu den Jahren des „Wirtschaftswunders“, in denen der Wohlstand der Bevölkerung stetig zunahm – verschob sich die Bedeutung der einzelnen Versicherungssparten. In den ersten Nachkriegsjahren war für die heimische Assekuranz noch die Feuerversicherung der wichtigste Geschäftszweig. Auch die Sturmversicherung hatte eine gewisse Bedeutung. Im Jahr 1965 brachte die Wiener Städtische dann die erste umfassende Haushalts- und Eigenheimversicherung auf den Markt.

Eine der wichtigsten Veränderungen auf dem Versicherungsmarkt betraf die Autohaftpflichtversicherung. Bereits 1929 war die Kfz-Haftpflichtversicherung in Österreich als Pflichtversicherung eingeführt worden. Mit der zunehmenden Motorisierung wurde sie in der Nachkriegszeit dann schnell zur dominierenden Sparte. 1963 gewährte die Wiener Städtische jenen Versicherten, die seit 1960 ununterbrochen bei ihr versichert waren und in den beiden Jahren zuvor keinen Unfall verschuldet hatten, einen zehnprozentigen Bonus auf die Jahresprämie. Mit dieser Innovation war sie der Konkurrenz um Jahre voraus: Auf breiter Basis wurde das Bonus-Malus-System erst zum 1. August 1977 eingeführt. Lange Zeit waren die Prämien in der Kfz-Haftpflicht staatlich geregelt. Erst im Jahr 1987 wurde diese Sparte liberalisiert.

Eine andere wichtige Veränderung betraf die Krankenversicherung. Seit 1956 garantiert in Österreich das – seither in regelmäßigen Abständen novellierte – Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) allen Dienstnehmern eine einheitliche Krankenversicherung. Die private Versicherungswirtschaft hatte deshalb zunächst kräftige Einbußen befürchtet, wider Erwarten boomte aber die private Zusatzversicherung.

Die Lebensversicherung führte in den 1960er Jahren noch ein Schattendasein. Die Ausnahme waren Risikoversicherungen bei der Aufnahme von Krediten sowie Polizzen zur Abdeckung von Begräbniskosten. Der Durchbruch gelang der Lebensversicherung in Österreich erst, als für diese Versicherungsform steuerliche Begünstigungen eingeführt wurden. Die Diskussionen um die Finanzierung der staatlichen Pensionsversicherung, die sich seit den 1970er und 80er Jahren abzeichnete, gab der Sparte dann weiteren Auftrieb, der bis heute anhält.

altes Donau Logo

Erste Expansionsschritte

Im Jahr 1964 schloss die Wiener Städtische einen Kooperationsvertrag mit dem Lebensversicherer „Jupiter“ und 1966 wurden 40% der Aktien der „Österreichischen Volksfürsorge AG“ erworben. 1971 gelang es dem damaligen Generaldirektor die Aktienmehrheit
an der Donau Versicherung zu erwerben. Als offizielles
Gründungsjahr der heutigen Donau Versicherung gilt 1867.

Quellen

1990-2007

Foto des Gebäudes der Kooperativa in Bratislava
Gebäude der Kooperativa in Bratislava ©Newald

Expansion nach Zentral- und Osteuropa

Es begann im November 1990 mit 15,4 Mio. Schilling, knapp EUR 1,15 Mio.: Mit diesem Betrag beteiligte sich die damalige Wiener Städtische rund ein Jahr nach dem Fall des Eisernen Vorhangs an der Gründung der tschechoslowakischen Genossenschaftsversicherung Kooperativa in Bratislava. Damit war der Startschuss für die Expansion in die Länder des ehemaligen Ostblocks gefallen. Die Wiener Städtische war zuvor fast ausschließlich in Österreich tätig gewesen. In den folgenden Jahren schrieb sie ein eindrucksvolles Stück europäischer Versicherungsgeschichte.

Die Kooperativa, die im März 1991 ihre Geschäftstätigkeit aufnahm, lief vom Start weg sehr gut. Zunächst konzentrierte man sich auf die Sachversicherung, 1994 kam der Bereich Lebensversicherung dazu.

1993 trennten sich die Tschechische Republik und die Slowakei. Die „Scheidung“ verlief für die Kooperativa ebenso problemlos wie auf staatlicher Ebene. Die drei Landesdirektionen in Prag, Brünn und Bratislava wurden in selbständige Unternehmen umgewandelt, 1999 wurden dann die Gesellschaften in Prag und Brünn fusioniert und der Hauptsitz der Gesellschaft in Prag eingerichtet.

Eine historische Chance

Einen gewaltigen Sprung nach vorne machte die tschechische Kooperativa im Jahr 1999, als in der Kfz-Haftpflichtversicherung das bis dahin bestehende staatliche Monopol fiel. Binnen weniger Wochen konnte die Gesellschaft 1,1 Millionen Kunden gewinnen und sich in der Kfz-Haftpflicht in der Tschechischen Republik einen Marktanteil von mehr als 20% sichern. Ähnlich positiv wie in der Tschechischen Republik lief das Geschäft ein paar Jahre später auch in der Slowakei, als dort die Kfz-Haftpflichtversicherung privatisiert wurde.

Verstärkte Expansion

Seit 1996 hat die Vienna Insurance Group ihren Expansionskurs nach Zentral- und Osteuropa sukzessive fortgesetzt. Von 1996 bis 1999 stieg sie in den ungarischen, polnischen und kroatischen Versicherungsmarkt ein, gründete eine Zweigniederlassung in Italien und erwarb eine Gesellschaft in Liechtenstein. Im Laufe der anschließenden sieben Jahre folgten erfolgreiche Markteintritte in Rumänien, Weißrussland, Bulgarien, Serbien, Slowenien, der Ukraine, Russland und Georgien. Im Jahr 2007 baute die Vienna Insurance Group ihre geografische Präsenz in Zentral- und Osteuropa durch bedeutende Akquisitionen weiter aus. Nach dem Einstieg in die Versicherungsmärkte Albanien, Mazedonien und Türkei wurde die Vienna Insurance Group auch in den drei EU-Ländern Estland, Lettland und Litauen aktiv. Später folgten Montenegro, Bosnien-Herzegowina sowie Moldawien.

Börsenoffensive 2004

Im Jahr 1992 wurde der Versicherungsbetrieb der Wiener Städtischen in eine Aktiengesellschaft eingebracht. Dies stellte einen wichtigen Schritt zur Vorbereitung des Börseganges dar. Der Wiener Städtische Versicherungsverein blieb als Hauptaktionär bestehen, der Unternehmensgegenstand ist jedoch auf die Vermögensverwaltung beschränkt.

Für den internationalen Kapitalmarkt war die Vienna Insurance Group bis 1994 ein unbeschriebenes Blatt. Im Oktober 1994 wagte die Gesellschaft dann den Sprung an die Wiener Börse. Es gab keine Stamm-, sondern nur Vorzugsaktien und der Streubesitz lag bei bescheidenen 11%.

Zehn Jahre später, Anfang 2004, startete der damalige Generaldirektor der VIG dann eine große Börsenoffensive. Das Haus, das bereits erfolgreich in Zentral- und Osteuropa expandierte, ging daran, sich dem internationalen Kapitalmarkt zu öffnen, um die notwendigen Mittel für das weitere Wachstum zu sichern. Zur Vorbereitung auf die Kapitalerhöhung wurden die bei Anlegern unbeliebten Vorzüge in Stammaktien umgewandelt. Die Aktie wurde gesplittet, im September 2005 rückte sie in den ATX, den Leitindex der Wiener Börse, auf.

Einführung der Dachmarke "Vienna Insurance Group" 2006

Anfang 2006 wurde die Dachmarke "Vienna Insurance Group" eingeführt. Damit soll die Zusammengehörigkeit der Versicherungsgesellschaften des Konzerns demonstriert werden, die im Rahmen der erfolgreichen Mehrmarkenstrategie weiterhin am lokalen Markt mit den dort bereits etablierten Namen und eingeführten Marken auftreten. Die Vienna Insurance Group ist eine große Familie, in der jede Konzerngesellschaft ihre eigene Marke als Vornamen trägt und die Dachmarke "Vienna Insurance Group" als Familiennamen.

Details 1990-2007

Quellen

2008-heute

Kooperation mit der Erste Group und Erwerb der Versicherungsaktivitäten

Die Zusammenarbeit zwischen Vienna Insurance Group und Erste Group begann 2003 in der Slowakei und wurde 2005 um die Tschechische Republik und Kroatien erweitert. 2008 erwarb die Vienna Insurance Group dann für EUR 1,45 Mrd. die gesamten Versicherungsaktivitäten der Erste Group. In Osteuropa erreichte der Konzern dadurch Marktführerschaft. Zusätzlich wurde ein Vertriebsabkommen abgeschlossen, das auf mindestens 15 Jahre angelegt ist. Das „Preferred Partnership“ ermöglicht es beiden Konzernen, das Kundenpotenzial des jeweils anderen zu nutzen und dessen Produkte bevorzugt zu verkaufen.

Foto der Generaldirektoren Mag. Treichl und Dr. Geyer bei der Vertragsunterzeichnung
Die Generaldirektoren Mag. Treichl und Dr. Geyer bei Vertragsunterzeichnung ©Pitterle

Erfolgreiche Kapitalerhöhung trotz Wirtschaftskrise

Als die Vienna Insurance Group Anfang 2008 die Versicherungsaktivitäten der Erste Group in Österreich und den CEE-Staaten kaufte, kam das für die Finanzierung dieses Mega-Deals notwendige Geld vom Kapitalmarkt. Mit einem Volumen von EUR 1,14 Mrd. war sie die größte je von einer Versicherungsgruppe an der Wiener Börse durchgeführte Aktienplatzierung und die zweitgrößte Transaktion des Jahres 2008. Seit dem Jahr 2008 wird die VIG-Aktie auch an der Prager Börse gehandelt.

Konzerneigene Rückversicherung VIG RE

Weiters gründete die Vienna Insurance Group im Jahr 2008 eine konzerneigene Rückversicherungsgesellschaft in der Tschechischen Republik. Die Gründung der Gesellschaft VIG RE mit Sitz in Prag setzt ein deutliches Signal für die Region Zentral- und Osteuropa als Kernmarkt der Vienna Insurance Group mit hervorragendem Wachstumspotenzial.

Neu gestaltete Konzernstruktur

Im Jahr 2010 wurde im Rahmen der Neustrukturierung das operative Geschäft der Wiener Städtischen in Österreich von den internationalen Tätigkeiten der Holding getrennt. Damit konzentriert sich die VIG auf die Steuerungsaufgaben des Konzerns und ist darüber hinaus in der Rückversicherung sowie im internationalen Firmengeschäft tätig. Auf diese Weise wurden transparente Strukturen und Abläufe innerhalb der Gruppe geschaffen und eine effizientere Führung ermöglicht.

Die letzten weißen Flecken auf der CEE-Landkarte erschlossen

Mit den Markteintritten in Montenegro im Jahr 2010, Bosnien-Herzegowina 2011 und in die Republik Moldau 2014 erschloss die VIG die letzten weißen Flecken auf der Landkarte Zentral- und Osteuropas. Mittlerweile ist der Konzern mit rund 50 Gesellschaften in 25 Märkten mit ca. 23.000 Mitarbeitern erfolgreich tätig.

Details 2008-heute

Quellen